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Beitrag von Dreamfall am Mo Nov 16, 2015 12:06 am

Es dämmerte langsam in Incipium, und die junge rothaarige Frau betrachtete argwöhnisch ihre Umgebung. Es wurde Zeit, sich entweder einen sicheren Platz für die Nacht zu suchen, oder endlich an ihrem Ziel anzukommen. Es konnte eigentlich nicht mehr weit sein, doch sicher war sie sich nicht, und daher konnte sie schwer einschätzen, ob sie wirklich noch weiterlaufen sollte. Die Nächte waren gefährlich, überall lauerten Gefahren in Form von Tieren oder auch anderen Menschen. Missmutig schaute sie auf ihre behelfsmäßige Waffe, ein simples mit Nägeln gespicktes Brett. Nichts herausragendes, aber besser als mit leeren Händen dazustehen. Warum musste sie auch unbedingt ihren verdammten Bogen liegen lassen, als sie fliehen musste?
Aber es half nun auch nichts mehr, sich darüber aufzuregen. Vielleicht würde es in dem Lager, das sie zu erreichen versuchte, ja irgendwie möglich sein, an einen neuen Bogen zu kommen.
Sie seufzte und gab sich einen Ruck. Noch eine Nacht unter freiem Himmel war zu gefährlich, beschloss sie spontan. Lieber würde sie weiterlaufen und versuchen, das Lager zu erreichen, bevor es stockdunkel wurde. Die Berge hatte sie schon lange hinter sich gelassen, eigentlich sollte es wirklich nicht mehr allzu lange dauern.
Während sie mit stetigem Schritt voranging, dachte sie wie so oft an ihre Familie. Nun, ihr Vater war tot, Basko ebenso. Sie hatte gelernt, die beiden überwiegend aus ihren Gedanken zu verbannen, da sie das nur unglücklich machte. Aber sie wusste nicht, ob ihr Bruder und ihre Mutter noch irgendwo am Leben waren. Realistisch betrachtet war das eher unwahrscheinlich, doch sie klammerte sich an diese Hoffnung, damit sie einen Grund hatte, weiterzugehen. Vielleicht, wenn sie wirklich viel Glück hatte, würde sie sie irgendwann wiedersehen.
"Ach, wem mache ich da etwas vor", grummelte sie in sich hinein. Im Laufe der Jahre in Einsamkeit war es für sie zur Angewohnheit geworden, mit sich selbst zu reden, oder irgendetwas einfach ins Leere zu brabbeln. Es war besser, sich selbst reden zu hören, als tagelang in der Stille zu verbringen.
Vor ihr lichtete sich der Wald allmählich und eine kleine Anhöhe versperrte ihr die Sicht auf alles Weitere. "Na endlich", murmelte sie und machte sich daran, mit schnellen Schritten den Hügel hinaufzulaufen. Oben angekommen grinste sie zufrieden. Vor ihr tat sich ein Bild auf, welches sie schon seit Tagen hatte sehen wollen. Nicht mehr weit entfernt, vielleicht zwei bis drei Stunden, wenn sie schnell lief, konnte sie das Lager sehen. Die Ebene war weit und überschaubar und dahinter befand sich der große See. Taktisch eine gute Lage. Das Lager selbst war größer, als sie vermutet hätte. Da sie es selbst aus der Entfernung sehen konnte, musste es unglaublich viel Platz bieten, sie hatte vielmehr mit einer kleinen Ansiedlung mehrerer Hütten und Zelte gerechnet, als sie ein paar Wortfetzen darüber aufgeschnappt hatte. Ein angenehm kühler Windhauch schien sie förmlich in diese Richtung zu schieben, und mit neuem Tatendrang beseelt fackelte sie nicht mehr lange. Es war Zeit, endlich anzukommen.
Nach etwa zweieinhalb Stunden strammen Marschierens stand sie vor den Mauern des Lagers. An einigen Stellen sahen sie provisorisch zusammengezimmert aus, an anderen wiederum konnte man erkennen, dass weiterhin an der Stabilität der Mauern gearbeitet wurde und sie sicher tagtäglich nach Schwachpunkten untersucht wurde. Zwei Fackeln markierten den Eingang, ein willkommenes Licht, nachdem die Sonne sich endgültig verabschiedet hatte.
Nicht sicher, was sie nun erwartete oder was sie tun sollte, trat sie an das große Tor heran. Wenn sie dachte, man hätte sie bisher nicht bemerkt, so hatte sie sich offensichtlich geirrt. Denn bevor sie dazu kam, zu Klopfen (etwas Besseres fiel ihr in der Tat nicht ein), rief eine Stimme hinter dem Tor, dass sie zurücktreten solle. Irritiert tat sie, wie man ihr gehießen hatte, und das Tor schwang auf. Sie blickte einigen Männern in Militärsuniform entgegen.
"Was ist dein Anliegen?", fragte eine raue, starke Stimme, die offensichtlich zu einem recht wichtigen Mann gehörte. Ziemlich arrogant sah er aus, musste Cait feststellen, und beschloss jetzt schon, dass sie ihn nicht leiden konnte.
"Naja, ich würde gern um Einlass bitten, wenn das möglich wäre", sprach sie, so freundlich wie sie es nur irgendwie rüberbringen konnte. Das war beim besten Willen nicht ihre Stärke, und viele Möglichkeiten, das zu üben, hatte sie in letzter Zeit nicht gehabt.
"Das war mir schon klar", kam als bissige Antwort, "aber wenn du zum Handeln hier bist, musst du bis zum nächsten Morgen warten."
"Handeln? Nein. Blödsinn. Ich wollte es mir hier eigentlich auf lange Sicht hin bequem machen."
"Dann beeil dich und komm rein, ich habe nicht ewig Zeit. Dort vorne wird dich jemand auf Waffen untersuchen. Und lass dein komisches Brett gleich draußen, das brauchst du hier nicht."
Seufzend ergab sie sich seinen Befehlen und lief hinter ihm her. Ihr war ein wenig mulmig dabei, ihr Brett hinter sich zu lassen und nun gänzlich ohne Waffe dazustehen. Aber im Ernstfall hätte sie sich gegen diese Menge von bewaffneten Männern sowieso nicht verteidigen können. Ein anderer Mann durchsuchte ihre Taschen, befand den Inhalt für harmlos und ließ sie weitergehen.
"Folge mir, ich bringe dich zum Oberaufseher", blaffte der Mann vom Tor. "Er wird entscheiden, ob du bleiben kannst und wo du hin sollst. Und für was du überhaupt zu gebrauchen bist. Woher wusstest du von uns?"
"Ich habe ein Gespräch von ein paar Banditen aufgeschnappt und-"
"Ah ja, das Übliche also. Du brauchst nicht zu glauben dass du hier faul herumliegen kannst, hier hat jeder seine Arbeit und wenn er die nicht zufriedenstellend ausführt, dann ist für ihn kein Platz hier, verstanden?"
Cait nickte geistesabwesend und betrachtete die Menschen um sich herum. Sie sah kaum Kinder, überwiegend Männer, aber vielleicht lag das einfach daran, dass sie noch nicht alles gesehen hatte.
"Jeden Morgen und jeden Abend gibt es dort vorne eine Essensausgabe", fuhr der Mann fort und zeigte auf einen im Moment dunklen Stand. "Jeden Tag nach Beendigung deiner Arbeit erhältst du eine Essensmarke, die dann jeweils zweimal am nächsten Tag gestempelt wird. Aber das wird man dir noch genauer erklären. Wenn du dich nicht an die Regeln hältst, fliegst du hier übrigens sofort raus. Ohne Regeln funktioniert das Ganze in diesem Ausmaß nicht. Wenn dich ein Mann belästigt, meldest du das sofort, damit die nötigen Schritte eingeleitet werden können. Wenn du dich an illegalen Kämpfen beteiligst, um Geld zu verdienen, wirst du bestraft. Glaub mir, das ist das Geld nicht wert. Fällst du sonst irgendwie negativ auf, kann das auf Dauer auch unangenehme Folgen haben."
Cait ließ das Gesagte einfach auf sich einwirken, ohne etwas zu erwiedern. Dieser Vogel war echt arrogant. Was der brauchte, war ein ordentlicher Tritt in seine Eier. Falls er welche hatte. Trotzdem war sie schlau genug, sich für den Moment jeden bissigen Kommentar bezüglich seines Tonfalls zu verkneifen.
Er ratterte weiterhin alle möglichen Themen ab, bis sie endlich beim Oberaufseher angekommen waren. Endlich jemand, der einen halbwegs vernünftigen Eindruck machte. Er war sicherlich um die 50, mit grauen kurzen Haaren und einem Dreitagebart. Der arrogante Spinner entfernte sich nun endlich. Ein Glück.
"Wie ich sehe hast du Dareos schon kennengelernt", sagte der Oberaufseher lächelnd. "Nimm es ihm nicht übel, sein Job ist mit viel Verantwortung verbunden und die Zeiten härten uns alle irgendwie ab. Das ist seine Art, damit umzugehen. Wie auch immer. Wie heißt du?"
"Ich bin Caitlynn O'Dale", sprach sie, freundlich, aber ohne zu lächeln. "Ich bin schon eine Weile allein unterwegs, und als ich hiervon hörte, machte ich mich gleich auf den Weg. Es wäre schön, Nachts endlich mal wieder ruhig zu schlafen."
"Verständlich. Nun, dann heiße ich dich mal willkommen, Caitlynn. Wir können hier jede helfende Hand gebrauchen. Mein Name ist Liam Derron, aber Liam reicht völlig. Ich schätze, sie haben dich um diese Uhrzeit noch reingelassen, weil sie dich nicht als Gefahr betrachten."
"Nun, eine Gefahr bin ich definitiv nicht", stimmte Cait grinsend zu.
Liam lächelte und fuhr fort. "Du kannst die Nacht erst einmal in einer leeren Händler-Baracke verbringen. Morgen werden wir dir dann deine eigene zuweisen. Es ist recht spät, aber wir müssen trotzdem noch klären, was deine Arbeit ist. Hast du irgendwelche Fähigkeiten oder Talente, die du einbringen kannst?"
Cait überlegte. Viel konnte sie nicht wirklich. Zumindest fiel ihr auf Anhieb nichts Besonderes ein. "Naja, ich kann recht passabel Bogen schießen..."
"Das ist nicht schlecht", meinte Liam, "Aber Bogenschützen brauchen wir zur Verteidigung der Mauern nicht. Dafür haben unsere Männer etwas schwerere Geschütze." Er überlegte. "Du scheinst zwar nicht besonders stark zu sein, aber schwach bist du wohl auch nicht, wenn du dich so lang allein umhergeschlagen hast. Ich denke, du könntest bei den Arbeiten an der Mauer helfen, was sagst du?"
Cait hielt sich einen Kommentar zwecks "nicht besonders stark" zurück und zwang sich zu einem Lächeln. Sie wollte sich nicht gleich unbeliebt machen, er schien ein netter Kerl zu sein.
"Ja, ich denke, das klingt ganz okay", antwortete sie.
"Gut, dann hätten wir das geklärt. Ich werde gleich morgen früh jemanden zu dir schicken, der dich mit deiner Arbeit und den anderen Abläufen hier vertraut macht. Komm mit, ich zeige dir, wo du heute Nacht schlafen kannst."
Cait nickte und folgte ihm zu einer kleinen, heruntergekommenen Baracke. Das Holz war an vielen Stellen halb verrottet und das Dach hatte einige Löcher. Sie war das Schönste, was sie seit langem gesehen hatte. Höflich bedankte und verabschiedete sie sich, machte es sich auf dem Strohbett bequem und schloss die Augen. Jetzt würde es bergauf gehen. Sicher musste sie sich erstmal wieder an die Anwesenheit so vieler neuer Menschen gewöhnen, doch das würde schon werden, sagte sie sich. Und ganz wohl fühlte sie sich auch nicht, ohne eine Waffe neben sich zum Schlafen. Doch das hier war eine Zuflucht. Ihr würde schon nichts geschehen, oder?
Nun, und wenn es so wäre, dann wäre jetzt sowieso nichts mehr daran zu ändern. Sie musste schlafen, damit sie morgen fit genug war, ihren Teil zu leisten.
Sie war angekommen.
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Beitrag von SweetMarshmallow am Mo Nov 16, 2015 2:55 pm

Hazel lag bereits in ihrer Unterkunft und starrte an die Decke.
Es war schon spät, aber leise war es immernoch nicht. Draussen brannten noch einige Lichter und hier und da konnte man immer wieder Stimmen vernehmen und Leute vorbei gehen sehen. Das Licht das durch die Rillen fiel, tauchte die Hütte in einen warmen Rotton. Wirklich dunkel würde es in dieser Hütte wohl nie werden, aber Hazel war es gewohnt mit Licht zu schlafen. Sie mochte die Dunkelheit nicht.
Tagsüber konnte man viel schneller Gefahren erkennen und davon gab es genug auf der Welt mittlerweile.
Hazel drehte ihren Kopf und sah auf das andere Strohbett hinüber. Dort lag eine etwas ältere Dame, die schon leise vor sich hin schnarchte. Hazel lächelte leise und sah wieder an die Decke. Sie fand es durchaus angenehm nicht alleine schlafen zu müssen. Die ältere Dame wäre zwar keine große Hilfe bei einem Angriff, aber dennoch freute sich Hazel, dass sie eine Mitbewohnerin hatte.
Wirklich sicher fühlte sich Hazel immer noch nicht, aber sicherer als draußen war es alle Male. Während sie langsam einschlief, dachte Hazel über die vergangenen Tage nach. Vor ein paar Tagen war sie  aufgebrochen. Sie hatte kein genaues Ziel gehabt. Irgendwo hatte sie aufgeschnappt das es ein sicheres Lager geben würde. In ihrem Haus konnte sie nicht mehr bleiben. Dort gab es zu viele Erinnerungen und Vorräte hatte sie keine mehr. Da sie sowieso nicht viele Sachen besaß, hatte sie schnell ihren Rucksack gepackt. Ein bisschen Nahrung,Wasser, Medikamente, alles was hilfreich aussah. Außerdem hatte sie ein Messer mitgenommen. Mit irgendetwas musste sie sich schließlich verteidigen. Viel hatte sie ansonsten nicht zur Selbstverteidigung. Die Reise zum Lager war anstrengend. Die Vorräte waren schnell verbraucht und es war schwierig etwas zu finden, von dem man nicht einmal wusste ob es das überhaupt gab oder wo es sich befand. Schließlich hatte sie das Lager jedoch erreicht.
Es war nicht ansatzweise so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Es war viel größer und scheinbar gut organisiert. Einen freundlichen Eindruck machte es allerdings nicht. Aber dennoch hatte sich eine Art Erleichterung in Hazel breit gemacht. Es war schön wieder unter Menschen zu sein. Auch wenn man so etwas wie Lachen nicht sehr oft hier hörte. Man hatte ihr natürlich sofort das Messer abgenommen, auch wenn hier niemand sie für wirklich gefährlich hielt. Aber Hazel wusste aus eigener Erfahrung das der erste Eindruck täuschen konnte. Sie hatte sich schon oft genug in anderen Menschen getäuscht. Der Empfang war ebenfalls nicht sehr freundlich gewesen, aber Freundlichkeit war etwas das sich die meisten Leute nicht mehr erlauben konnte. Hazel war schon froh gewesen das sie überhaupt rein gelassen worden war. Sicherlich hatte es auch geholfen das sie Krankenschwester war. Nach einigen Befragungen und Vorstellung wichtiger Leute, hatte man sie schließlich in ein größeres Zelt geführt.
Dort hatte sie Rose kennen gelernt, die ältere Dame, die auf dem anderen Bett in der Hütte lag. Rose war sicherlich schon Mitte fünfzig. Sie trug eine runde Brille und hatte eine kurze Bobfrisur."Du musst Hazel sein! Ich bin Rose", hatte Rose gesagt, ohne auch nur einmal aufzusehen. Hazel war für einen kurzen Moment verwundert gewesen, woher Rose ihren Namen bereits kannte, aber Neuigkeiten verbreiteten sich wohl schnell in diesem Lager. Hazel nickte nur, da winkte Rose sie auch schon zu sich her. "Hier!", sagte sie und drückte Rose eine blaue Krankenschwesteruniform in die Hand. "Zieh die an, damit jeder erkennt das du Schwester bist.", sagte sie und lächelte matt. Hazel tat was man ihr sagte. Sie wollte nicht schon an ihrem ersten Tag einen schlechten Eindruck hinterlassen.
Die Uniform war zwar etwas zu groß und dreckig, aber dennoch fühlte sich Hazel darin wohl. Es war schon viel zu lange her das sie so etwas getragen hatte. "Ich bin froh das du hier bist!", sagte Rose und drehte sich zum ersten Mal richtig zu ihr herum. "Wieso?", fragte Hazel irritiert, während sie irgendwie versuchte die Hose zum halten zu bringen. "Schätzchen, hast du dich mal hier umgesehen? Wir...". Plötzlich brach Rose ab und zog Hazel zur Seite. "Okay, was haben wir?", schrie Rose herum. Hazel wusste im ersten Moment gar nicht was los war, doch dann sah sie die zwei Männern, die einen anderen Mann zwischen sich trugen und auf eine Liege legten. Der Mann blutete stark aus einer Schnittwunde am Bauch. Bevor Rose auch nur etwas sagte, stand Hazel schon neben ihr.
Nach wenigen Minuten traten Hazel und Rose schließlich von der Liege weg. "Wir haben es versucht.", sagte Rose und schmiss ihre blutigen Handschuhe in einen Mülleimer. Hazel sah noch einige Sekunden auf die Leiche des Mannes.
Sie hatte schon so viele Tote gesehen, aber dennoch war es immer noch ein befremdliches Gefühl. "So etwas wirst du hier noch öfters erleben. Unsere Mittel sind hier sehr begrenzt. Aber wir tun was wir nur können. Wir leisten unseren Beitrag.", sagte Rose, fast schon nebenbei. "Es kommen immer wieder Verletzte bei uns herein. Männer die entweder aus dem Lager kommen und von Banditen, Tieren oder anderen Menschen angegriffen werden oder Leute von draußen. Allerdings wird jeder wieder raus geworfen, den wir nicht gebrauchen können. Wenn du verstehst was ich meine".
Hazel zog ihre Handschuhe aus und warf sie ebenfalls in einen Mülleimer. "Ich verstehe.", murmelte Hazel vor sich hin. Der Tag war wie im Fluge vergangen. Es gab genug Verletzungen, die behandelt werden mussten. Von kleinen Schnittwunden, zu Brüchen und Rissen, bis hin zu den verschiedensten Krankheiten. Aber Rose hatte nicht gelogen. In vielen Dingen mussten sie improvisieren.  
Nachdem sie von einer anderen Schicht abgelöst worden waren, hatte sie zusammen mit Rose gegessen. Durch die Arbeit hatte sie fast vergessen, wie viel Hunger sie wirklich hatte. Hazel konnte zwar nicht ganz definieren was es zu essen gab, aber wenigstens war es warm. Nach dem Essen hatte sich Hazel, zusammen mit Rose, zurück gezogen in ihre gemeinsame Hütte. "Es gibt noch ein anderes Ärzteteam. Die hast du vorhin gesehen. Wir sind also nur zu Viert. Mach dich also auf viel Arbeit gefasst.", hatte Rose ihr noch abschließend gesagt.
Und genauso fühlte es sich auch an. Hazel war richtig ausgelaugt, dennoch was es eine Art gutes ausgelaugt sein. So kaputt hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt und es war toll das sie Menschen hatte helfen können. Ihre "Dienstkleidung" hatte sie fein säuberlich gefaltet und vor ihrem Bett gelegt. Auch wenn die Uniform dreckig und mit Blut beschmiert war, nahm sich Hazel vor, immer ein Auge darauf zu haben. Schließlich war das ihre Eintrittskarte ins Lager. Fast hatte sie das Gefühl ihr altes Leben wieder zu haben. Aber auch nur fast.
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Beitrag von Hillorios am Mo Nov 16, 2015 9:08 pm

Im Moment als Bray vor die Pforte des Bergwerks trat, wurde ihm im ersten Moment etwas übel. Die Luft stank nach Tod, überall war Staub und bis auf ein paar Tiere, die an Kadaver knabberten, sah er gar nichts mehr. Seine Heimatstadt war weg. Er hatte nicht einmal den leisesten Schimmer, wo es hin gehen sollte. So versuchte er irgendetwas zu finden, was ihm helfen konnte. Er lief über Menschen mit aufgeschlitzten Kehlen, ein paar davon erkannte er sogar wieder. Es war ein furchtbarer Anblick für Bray, doch wenn er überleben wollte, dann musste er damit klar kommen.
Er war auf der Suche nach den Trümmern seines Elternhauses, doch man konnte einfach nichts erkennen. Mit seinem Gewehr geschultert und dem Messer in der Tasche, machte er sich also auf Richtung Westen.
Nicht weit entfernt war ein großes Gewässer, vielleicht würde er ja zumindest etwas zu Trinken bekommen und ein Tier erlegen können. Hunger hatte er noch nicht. Bray gewöhnte sich in den Jahren im Bergwerk daran, dass er nicht viel zu Essen brauchte. Er sättigte sich mit dem Trinkwasser, welches er aus dem unterirdischen Brunnen des Bergwerks bekam. Auf dem Weg Richtung Gewässer kamen mehrere Banditen an Bray vorbei, die ihn davor warnten weiter zu gehen. Scheinbar hielten sie ihn für einen von ihnen, da er ziemlich schmutzig im Gesicht, unrasiert und blass war. Was hätten sie ihn aber auch tun wollen? Er war schließlich bewaffnet und wusste sogar mit den Waffen umzugehen. Er überlegte sich kurz, ob er auf die Banditen hören sollte, entschloss sich aber doch zum Wasser zu gelangen. Wenige Kilometer später erkannte Bray das Wasser schon. Was ihn verwunderte war, dass das Wasser von einer Seite abgegrenzt war.
Schnell begriff Bray, dass dort ein Lager zu sein schien und er nahm sich vor dieses von weitem zu checken. Es wurde langsam bereits etwas dunkel. So war Bray sich sicher, dass er nicht gesehen wurde, doch bevor er auch nur einen Blick riskieren konnte, bemerkte er einen Militärjeep , der sich in seine Richtung bewegte. Bray überlegte sich zu verstecken, doch was hätte das hier für einen Sinn gehabt?
Wenn der Jeep für ihn losgefahren war, dann wusste man eh bereits, dass er hier war. Bray entschied sich dafür dem Jeep entgegen zu gehen. Vielleicht konnte er ihn ja stehlen oder er würde sich eben nicht so verdächtig machen.
Als der Jeep schließlich vor Bray anhielt, wurde er von vier bewaffneten Personen umstellt und jeder nahm ihn ins Visier. "Netter Empfang.", sagte Bray nur matt und zielte mit seiner Waffe auf den vermeintlichen Anführer des Quartetts. "Waffe weg, sonst wird das hier nicht gut ausgehen!", antwortete die Person, die Bray's Waffe auf sich gerichtet hatte.
"Ich bin Bray Wilson. Ich komme hier aus der Gegend. Ich will niemanden was tun, doch jetzt überlegt doch mal. Wie würdet ihr reagieren, wenn ich euch jahrelang verkrochen habt und die ersten Menschen, die man sieht einen so begrüßen?", fragte er und seine Miene verfinsterte sich.
Für einen Moment lang hörte man nichts mehr. Bray war sich nicht sicher, ob er noch lange leben würde. Er hörte noch einmal dem Wind beim pfeifen zu und sah den Staub, der durch die ganze Gegend wehte noch einmal zu, wie er sich von dem Wind tragen ließ. Dann bemerkte er nur einen Schlag auf seinem Hinterkopf und er fiel zu Boden, wo zwei Wachen ihn fesselten. "Komm erstmal mit in das Lager Bray. Deine Waffen behalten wir als Aufnahmegebühr, sei einfach nur froh, dass wir dich am leben lassen, Bruder!", sagte eine der Wachen sehr loyal. Zu fünft fuhren sie in das Lager, wo der gefesselte Bray erstmal in eine Zelle gesteckt worden war.
"Wir haben keine Verwendung für dich, bringen dir aber Jemanden, der vielleicht was mit dir anzufangen weiß!", sagte eine, ihn bis hierhin unbekannte Stimme, der vier Wachen.
Wenige Minuten später kam ein Herr auf ihn zu, der wohl so alt wie Bray zu sein schien. "Was?", fragte Bray und sah abweisend von ihm weg. "Mein Vater ist hier sowas wie der Chef, er sagte ich soll mir diesen schwierigen Fall mal ansehen!", sagte der Herr. "Ich bin Steven. Steven Derron. Und du bist Bray Wilson und ein bewaffneter Streuner. Du hast deine Waffe auf einen von uns gerichtet", vervollständigte er und sah Bray vorwurfsvoll an. "Was soll's?", antwortete er kalt. Steven schüttelte hierauf nur den Kopf. "Du bist kein Schlechter, denn du hast nicht geschossen", stellte er fest, doch Bray ließ sich nicht beeindrucken. Steven löste Bray's Fessel: "Sag mir was du kannst, dass wir dich gebrauchen können.", sagte er sanft und ging vor die Zellentüre und wartete darauf, dass Bray ihm nachkam. "Wieso soll ich euch trauen? Ihr habt genau so Waffen auf mich gerichtet, wie ich auf euch!", sagte er zornig.
"...und doch habe ich dich nicht verurteilt. Ich habe keine Waffen und auch keine auf dich gerichtet, doch dennoch verurteilst du mich. Wer hat von uns beiden jetzt mehr Recht?", fragte Steven ohne eine Antwort zu erwarten.
Als Bray auch nach wenigen Minuten nichts gesagt hatte, schloss Steven die Tür wieder zu. "Du bist bereits der dritte Neue, vielleicht solltest du dich mal mit den anderen Beiden unterhalten". Steven reichte Bray noch eine Decke und ging dann wieder weg. "Gute Nacht", wünschte er Bray noch, welcher immer noch sehr unbeeindruckt war und sich so weit es nur ging in die Ecke verkrochen hatte.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Mo Nov 16, 2015 10:08 pm

Am nächsten Morgen erwachte Caitlynn noch vor Sonnenaufgang. Völlig gleich, wie spät sie sich am Tag zuvor hingelegt hatte, sie hatte die ganze Nacht unruhig geschlafen und sich umhergewälzt. Jedes kleinste Geräusch ließ sie aufschrecken - so sehr sie sich auch wohlfühlen wollte, ihr Überlebensinstinkt machte sie misstrauisch gegenüber dieser neuen Situation. Aber sie hatte es so gewollt, also musste sie da jetzt durch. Zumindest konnte sie am nächsten Morgen mit absoluter Sicherheit sagen, dass sich niemand an oder gar in ihre Baracke geschlichen hatte. Positive Bilanz für die erste Nacht, befand sie.
Gerade wollte sie sich auf den Weg machen, ihre nähste Umgebung etwas genauer in Augenschein zu nehmen, als ein junger Mann an ihre Baracke kam.
"Caitlynn O'Dale?", fragte er freundlich, und sie nickte zustimmend. "Liam schickt mich. Ich soll dir deinen Arbeitsplatz zeigen."
"Ihr fangt aber früh an", murrte sie, nicht ansatzweise so fit und ausgeschlafen wie sie es geplant hatte.
"Nun, der frühe Vogel fängt den Wurm, nicht wahr?", meinte der junge Mann fröhlich. "Ich bin übrigens Matt."
"Freut mich, Matt. Geh du voraus, ich folge dir unauffällig."
Während er sie hinaus aus dem Tor führte, erzählte er ihr ein paar Einzelheiten bezüglich dieses Ortes und den Abläufen, die sie kennen musste. Außerdem gab er ihr eine Essensmarke für den heutigen Tag.
"Du sollst ja am ersten Tag nicht hungern. Die zukünftigen musst du dir allerdings verdienen."
Es war ein gutes Prinzip, stellte Cait fest. Sie gaben den Menschen Arbeit, Beschäftigung, und nahmen ihnen somit die Zeit, sich den Kopf über den Untergang der menschlichen Zivilisation zu zerbrechen und wahnsinnig zu werden. Gleichzeitig halfen all die vielen, hart arbeitenden Menschen, das System innerhalb der Mauern am Laufen zu halten. Köche, Handwerker, Schmiede, Schneider, Ärzteteams, sie alle trugen ihren Teil dazu bei. Die Nahrung bezogen sie hauptsächlich von ihren eigenen Jägern und fremden Händlern, erfuhr sie. Innerlich fasste sie den Entschluss, irgendwann bei Liam zu fragen, ob sie auch auf die Jagd gehen könne. Sie war sich sicher, dass ihr das eher liegen würde. Matt hingegen meinte, dass sie sich da bloß nicht täuschen solle. Die Jäger hier hatten alle langjährige Erfahrung, auch was das Fallen-Stellen betraf. Und sie waren ein eingeschworenes Team, das ungern Neulinge aufnahm, erfuhr sie.
Die Arbeiten an der Mauer stellten sich als anstrengender heraus, als sie gedacht hatte. Sie benutzten unterschiedliche Materialien, alles, was sich in den Trümmern so finden ließ. Steine, schwere Metallplatten, alles fand irgendwo seinen Platz, um die Mauer zu verstärken.
Ein paar Frauen und Männer versuchten, sie während der Arbeit in ein Gespräch zu verwickeln, doch sie blockte stets ab. Noch hatte sie kein Interesse daran, Freunde zu finden, und würde sich nur ihren "Vorgesetzten" entsprechend höflich verhalten.
Kurz bevor sie ihren ersten Arbeitstag zuende bringen wollte, rutschte sie auf einer kleinen Leiter ab. Beim Versuch, sich an einer der Metallplatten festzuhalten, riss sie sich eine große Wunde in den Unterarm, die stark blutete. Missmutig biss sie sich auf die Lippe. Das war so typisch. Wie konnte sie nur so unglaublich ungeschickt sein? Matt lachte sie tatsächlich aus. "Das nenne ich mal einen guten Start", meinte er, während er sie in Richtung Tor schob.
"Was soll ich sagen, ich habe einfach Talent", meinte sie grinsend, sich widerwillig von ihm Richtung Tor dirigieren lassend. "Sag mir doch einfach wo ich hin soll, ich kann alleine laufen."
"Das Ärzteteam hat eine Baracke geich dort hinten. Lass das säubern und verbinden, wir wollen ja nicht, dass es sich entzündet. Danach kannst du Schluss machen für heute. Morgen früh kommst du wieder an deinen Arbeitsplatz und überstehst den Tag bitte, ohne dir irgendwelche Gliedmaße aufzuschlitzen."
Sie salutierte theatralisch. "Jawohl, Sir!"
Damit wandte sie sich ab und lief zu der Baracke, auf die Matt gezeigt hatte. Ohne sich einen Kopf zu machen, ob sonst noch irgendwer drin behandelt werden könnte, trat sie ein.
"Moin. Ich müsste mal ganz fix verarztet werden."
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Beitrag von Hillorios am Mo Nov 16, 2015 10:40 pm

Bray wurde am nächsten morgen früh von irgend einem Lärm wach. Man war bereits am arbeiten. Bray war nicht erschossen worden oder ähnliches, so wollte er wirklich einmal raus gehen und nachsehen, was es hier denn alles gab. Nach mehreren Minuten Geschrei machte ihm der Wärter schließlich die Zelle auf. "Steven wartet da drüben auf dich!", sagte er und zeigte auf eine kleine Hütte. Bray entschied sich nicht dorthin zu gehen.
Er wollte sich was zu Essen holen und ging zur Essensausgabe, wo er vergeblich darauf wartete, dass er etwas zu Essen bekam. Er hatte eben keine Essensmarke. "Die bekommst du nur, wenn du für uns arbeitest! Rede mit einem der Teamleiter oder mit Liam oder mit Steven!", sagte der Koch und widerwillig machte sich Bray auf zu Steven.
Dort angekommen sah er ein viel zu freundliches Grinsen vor sich aufblitzen, was Bray's Laune gleich wieder etwas weiter runter zog. "Ich wusste, dass du kommst!", sagte er, als ob es nicht Anderes hätte sein können. "Was kann ich tun - ich hab Hunger", antwortete Bray weiterhin stur, wofür Steven nur ein müdes Lächeln übrig hatte. "Du bist sehr achtsam. Du versuchst es heute Abend einmal mit Wache halten. Die Waffe hierzu musst du dir erst verdienen, du bekommst eine Taschenlampe!", sagte Steven und das war nicht im Ansatz so spöttisch gemeint, wie es bei Bray ankam.
"Ich darf also mit einem Licht rumfuchteln?! Verarsch mich nicht!", sagte er, nahm die Taschenlampe aber mit. "Morgen will ich was anderes haben!", sagte er fordernd. "Und ich will jetzt meine Essensmarke!", fügte er an. Steven hielt ihn diese entgegen und ohne sich zu verabschieden ging Bray zurück zur Essensausgabe und gönnte sich etwas zu Essen und zu Trinken.
Nachdem er seinen Magen etwas gefüllt hatte entschied er sich dafür,sich das Lager mal etwas genauer anzusehen.
Es war alles recht übersichtlich.
Man konnte in etwa erkennen, was was darstellen sollte. Nachdem er sich ein paar Stunden alleine beschäftigte, entschied er, dass er wirklich einmal nach den anderen Neuankömmlingen sehen wollte. Nachdem er fragte, wo diese seien, antwortete jemand lachend, dass sich beide im Lazarett aufhalten würden.
Bray sparte sich jeden weiteren Kommentar und ging in das Lazarett und fragte eine ältere Dame nach den Neuankömmlingen. Diese sagte, dass Bray kurz warten solle und sie eben nach den beiden sehen würde.
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Beitrag von SweetMarshmallow am Di Nov 17, 2015 8:17 pm

Hazel's Tag begann früh.
Viel zu früh. Sie war es überhaupt nicht mehr gewohnt, so früh wach zu werden. Eigentlich war es noch mitten in der Nacht, fand Hazel.
Ihr Schlafrhythmus war mittlerweile total kaputt. Sie blieb meistens aus Angst lange, bis spät in die Nacht hinein, wach. Sie wachte generell früh wieder auf. Wenn sie keine Beschäftigung hatte, nickte sie immer wieder zwischenzeitlich ein. Aber diese Nacht hatte sie ausnahmsweise mal etwas besser geschlafen. Nachdem sie noch eine ganze Zeit lang Rose' beruhigendem Atem zu gehört hatte. Hazel hatte gewusst das Rose im Notfall nicht hätte helfen können, aber diese Dame strahlte eine Ruhe und Zuversicht aus, die sie ein wenig auf Hazel übertrug.
Ihr kam es vor als sei sie gerade erst eingenickt,als Rose vor ihrem Bett stand und sanft an ihrem Bett rüttelte. "Hazel, komm schon, wir sind wieder dran.".
Hazel versuchte sich zusammen zu reißen. Sie kroch aus dem Bett, zog sich an, band sich einen Zopf und folgte Rose nach draußen. Es war noch stockdunkel draußen. Theoretisch konnten sie doch gar nicht schon wieder dran sein, fand Hazel. Sie hatten den ganzen Tag gearbeitet und jetzt mussten sie schon wieder ran?
"So läuft das hier eben. Beschwer dich nicht."., hatte Rose ihr nur darauf hin geantwortet. Zusammen holten sie sich ihre Essensmarken ab und machten sich auf den Weg in eine Baracke, die Hazel noch nicht betreten hatte. Dort holten sich Hazel und Rose neue Verbände und Medikamente. Rose musste angeben, was sie für welchen Patienten verbraucht hatte. Anscheinend war man der Meinung das einige Leute wichtiger waren, als Andere und wenn man den falschen Leuten zu viel gab, bekam man Ärger. Hazel fand dieses Prinzip nicht gut. In ihrer Ausbildung hatte sie gelernt das jedes Leben gleichwertig war. Zumindest früher einmal. Heute zählte ein Leben nichts mehr. Zusammen machten sie sich wieder auf den Weg zur Ärztebaracke.
"Eigentlich hätten die Anderen hier auf uns warten müssen.", seufzte Rose. "Aber die hauen immer ständig früher ab.".
Hazel zuckte nur mit ihren Schultern. Sie wollte sich nicht unbeliebt machen und am Ende etwas falsches sagen. Vielleicht sollte Rose sie auch testen? Man konnte schließlich nie wissen.
Der Arbeitstag verging wieder rasant. Diesmal allerdings ohne größere Verletzungen. Ein guter Tag. Hazel war zufrieden, wenn sie arbeiten musste. Das lenkte vom ganzen Elend ab. Sie hatte schon einige Leute getroffen, manche nett, manche eher weniger nett. Aber jeder von ihnen hatte das Prinzip dieses Lagers verstanden. Hazel und Rose hatten angefangen sich über ihre Vergangenheiten zu unterhalten. Allerdings erst einmal nur oberflächig. Obwohl man den Anderen mochte, vertraute man ihm eben nicht. Wissen war immer noch Macht. Gegen späten Abend konnte Hazel sich kaum noch auf den Beinen halten. Sie war müde, hungrig und ihr tat alles weh. Immer wenn sie nach fragte wann die andere Schicht wieder kommen würde, bekam sie als Antwort : "Die kommen bald."
Irgendwann hatte Hazel aufgehört zu fragen.
Hazel sah auf, als jemand die Baracke betrat. Eine Frau. Die sah man hier wirklich selten. Rose war gerade mit einem Patienten beschäftigt und schien mehr wie gut alleine klar zu kommen.
"Hi.", begrüsste Hazel sie und lächelte leicht. "Ich bin Hazel.", sagte sie höflich. Sie fand es angebracht sich wenigstens vorzustellen. Das tat sie bei jedem Patienten so. Sie führte Caitlynn zu einer Liege und bat sie sich dort bitte hinzusetzen. "Wie ist das denn passiert?", fragte Hazel Caitlynn, während sie sich neue Handschuhe anzog. "Darf ich?", fragte sie, erwartete aber nicht wirklich eine Antwort. Hazel nahm sich Caitlynn's Arm und sah ihn sich näher an. "Der Schnitt ist relativ tief...", murmelte sie vor sich hin. Hazel drehte sich um, um einen Tupfer zu holen, als Rose sagte: "Hier ist jemand der euch sehen will.". Hazel drehte sich verwirrt zu ihr um. "Uns?".
"Ja, die Neuankömmlinge.", antwortete Rose. Rose hatte Caitlynn noch nie gesehen und ging daher davon aus das sie auch neu hier war. "Okay...dann schick ihn her.", sagte Hazel verwirrt. Sie warf Cait einen fragenden Blick zu und machte sich daran ihre Wunde zu reinigen. Zum Glück blutete diese nicht mehr.
Rose ging wieder zurück zu Bray. "Einfach hier lang.", sagte sie nur und lächelte matt. Sie deutete in die Richtung, in der sich Cait und Hazel befanden.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Do Nov 19, 2015 9:32 pm

Nach der freundlichen Begrüßung der jungen Ärztin rang Cait sich ein Lächeln ab. "Freut mich, ich bin Caitlynn", sprach sie tonlos und wartete auf ihre Behandlung. "Ich bin ausgerutscht und wollte mich an einer Eisenplatte festhalten... das hat leider nicht ganz so geklappt", murrte sie auf die Frage, was da passiert sei. "Und natürlich. Er gehört ganz dir." Nachdem Hazel meinte, dass die Wunde ziemlich tief war, sah Cait sie fragend an. "Muss das genäht werden oder verheilt es trotzdem so?", fragte sie neugierig. Ein paar Narben mehr oder weniger würden nichts mehr ausmachen, sie war an Armen und Beinen übersät davon durch all die Kämpfe - sei es mit Räubern, Tieren oder dornigem Dickicht gewesen. Irgendwie mochte sie sie schon fast, denn jede erzählte eine andere Geschichte.
Die ältere Frau kam wieder herein und meinte irgendetwas von jemandem, der sie sehen wollte. Cait fiel nichts besseres ein, als Hazels verwirrten Blick zu erwiedern und anschließend Richtung Ausgang zu blicken. Dort schickte die alte Dame gerade einen ihr völlig unbekannten Mann herein. Was sollte er von ihnen wollen? Oder kannte Hazel ihn vielleicht? Sie würde es wohl gleich erfahren.
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Die dreisten Drei

Beitrag von Hillorios am Do Nov 19, 2015 10:28 pm

Bray kam, misstrauisch wie immer, in das Behandlungszimmer und sah kritisch zwischen den beiden Mädchen hin und her. "Hi.", sagte er nur und blieb in der Tür stehen. Bray versuchte sich eine Meinung über die Beiden zu bilden, doch er konnte, oder eher wollte, sie nicht einordnen. "Bray. Bray Wilson.", stellte er sich vor und sah weiter zwischen den Beiden hin und her. Scheinbar hatte die eine einen tollen Einstieg gehabt, wenn sie bereits jetzt verarztet wird und die andere schien nicht unbedingt erst seit einem Tag hier zu sein. Zumindest machte sie nicht den Eindruck neu zu sein. "Ich bin hier der Taschenlampen-Heini", betitelte er sich selbst. Er wusste, dass wenn er etwas über Hazel und Caitlynn erfahren wollte, dass er auch über sich reden müsse. "Ihr seit auch gestern hier angekommen?", sagte er und sah dabei vor allem Hazel genau an. Er traute ihr schon jetzt nicht. Wieso sollte auch eine Ärztin, oder was immer sie zu sein schien, so schnell an solche Verletzungen dürfen? Als Bray, als kleiner Junge, operiert wurde, durfte er sich seinen Arzt sogar noch aussuchen. Das es jetzt nicht mehr so war, war Bray klar, doch wenn er ehrlich zu sich selber sein würde, suchte er doch bei jedem nur einen Grund, dass er ihm oder ihr nicht trauen konnte. "Woher hast du die Wunde?", fragte er schließlich auch Caitlynn. Es kamen ihm viele Ideen in den Kopf, weshalb eine solche Wunde entstehen könnte. Doch vielleicht würde Caitlynn ja auch die Wahrheit sagen. Das sie neu hier war, erkannte Bray an ihren Blick. Sie war auch misstrauisch. Zumindest war Bray der Meinung, dass es so war.
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Der Anfang

Beitrag von SweetMarshmallow am Fr Nov 20, 2015 12:29 pm

Hazel sah sofort das Caitlynn nicht sehr gut drauf war. Aber sicherlich lag dies auch an ihren Schmerzen. Hazel versuchte dennoch freundlich mit ihr umzugehen, immerhin war das auch ihr Job. Fand Hazel zumindest.
"Caitlynn.", wiederholte Hazel, zum Zeichen das sie verstanden hatte. "Nein, scheinbar hat das wirklich nicht sonderlich gut geklappt.", grinste Hazel und sah sich die Wunde noch einmal genauer an. Eigentlich musste sie sicherlich genäht werden. Aber wenn Hazel sich etwas gemerkt hatte, dann das sie nichts an unwichtige Leute verschwenden sollte. Caitlynn war neu hier und hatte sich jetzt schon verletzt. Das zählte wohl zu unwichtigen Leuten. "Nein, das wird wieder so verheilen.", antwortete sie etwas verspätet. Es würde auch von alleine verheilen, aber eine unschöne Narbe hinterlassen. "Ich gebe dir aber nachher etwas gegen die Schmerzen und komm bitte in ein paar Tagen nochmal vorbei", sagte sie und begann Caitlynn's Wunde zu säubern.
Hazel drehte sich zu Bray herum, als er plötzlich sprach. Sie hatte ihn überhaupt nicht herein kommen sehen. Er schein unverletzt zu sein. Was wollte er wohl von ihnen?
"Ich bin Hazel Jones. Ich bin gestern morgen hier angekommen", antwortete sie ihm zögerlich. Er machte keinen sympathischen Eindruck. //Taschenlampen-Heini?//, wunderte sich Hazel. Was war das denn für eine Beschreibung? Ausser dem wusste sie immer noch nicht was er nun genau wollte. Dieser Kerl verwirrte sie von Satz zu Satz mehr.
Sie entschied sich dazu, Caitlynn anworten zu lassen, wie die Wunde entstanden war. Schließlich hatte sie nichts damit zu tun.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am So Nov 22, 2015 8:46 pm

Caitlynn nickte zufrieden, als Hazel ihr sagte, dass die Wunde auch verheilen würde ohne genäht zu werden. Sie mochte es überhaupt nicht, wenn irgendwelche Wunden genäht werden mussten.
Als der Neue sprach, sah sie ihm bereits entgegen. "Caitlynn O'Dale", erwiderte sie knapp auf seine Vorstellung und bedachte die Frage, ob sie auch gestern hier angekommen waren, mit einem simplen Nicken. Misstrauisch betrachtete sie ihn. "Also mit Taschenlampe bist du mir schon mal lieber als mit Waffe", bemerkte sie trocken.
Seine Frage, wie sie zu ihrer Verletzung gekommen war, ließ sie leise vor sich hingrummeln. Insgeheim hoffte sie, dass er für heute wirklich der letzte wäre dem sie das erklären musste. "Hab mich bei der Arbeit verletzt. Bin ausgerutscht. Nicht weiter dramatisch." Sie erkannte auch in seinem Blick eine gehörige Portion Misstrauen. So gehört sich das ja auch, dachte sie bei sich, wenn sie sich zeitgleich auch immer noch fragte, warum er hier war. Doch lange um den heißen Brei herumreden war sowieso nicht ihr Ding.
"Was willst du überhaupt?", fragte sie direkt und sah ihn an.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Mo Nov 23, 2015 12:46 am

Bray ließ sich die Namen kurz durch den Kopf gehen. Er kannte sie natürlich nicht, doch die Nachnamen könnten ihn ja bekannt vorkommen, wenn sie denn im früheren Leben auch mehr Geld besaßen.
Viele Namen sind beim Abendessen aus dem Mund seines Vaters gefallen. Aber Jones oder O'Dale. Von diesen Namen war nie die Rede.
Hazel vertraute er ganz und gar nicht. Doch wäre es ja möglich, dass sie die Wahrheit sagt.
"Schön euch kennen zu lernen", sagte er fast gezwungen. Früher einmal mochte er es, wenn er sich fremden Menschen vorstellen musste. Schließlich interessierten sie sich für das was er machte: Führungen durch ein Bergwerk geben. Jeder dieser Menschen schaute auf ihn auf und klebte an Brays Lippen, wenn er erklärte, wozu was im Bergwerk notwendig war. Hier sah man wohl maximal auf ihn ab. Er mochte diesen Ort einfach nicht.
Als Caitlynn ihren Spruch mit der Taschenlampe losließ, war Bray für einen kurzen Moment aus der Fassung gebracht worden. Doch irgendwie hatte sie ja auch Recht, dachte er sich. Er selber würde Caitlynn oder Hazel jetzt auch ungerne mit einer Waffe sehen.
"Bei der Arbeit am ersten Tag verletzt. Das hatte ich damals auch geschafft", dachte er laut und war im Gedanken bei seinem Ersten Tag im Bergwerk. Er sollte eine Glühbirne austauschen und stellte sich im Bergwerk eine Leiter auf den unebenen Boden. Normalerweise hätte ihn jemand helfen sollen, doch er war einfach etwas über euphorisch und die Leiter war umgefallen, als er die Birne rausschrauben wollte. Er hatte sich hierbei das Steißbein verstaucht.
Innerlich warf er diesen Gedanken direkt wieder weg. Das Leben ist heute nicht mehr das Gleiche wie jetzt. Wer würde sich sonst über Jahre hinweg aus Angst in ein Bergwerk einschließen?
So entschied er sich, dass er dieses Gespräch nun hinter sich brachte. "Ich sollte mit jemanden reden", sagte er an Caitlynn gerichtet. "Es wurde mir vorgeschlagen mit den beiden anderen Neuankömmlingen zu reden. Deswegen bin ich hier", sagte er ehrlich gemeint und für einen kurzen Moment war er auf dem Weg aus sich raus zu kommen und tatsächlich über das, was er wirklich wissen wollte, zu reden. Da fielen ihm aber wieder Hazel und die ältere Dame ein und das misstrauen nahm wieder überhand. "Wurdet ihr eigentlich auch so freundlich begrüßt? Mit vier Gewehren vor eurem Schädel?", fragte er nun an Hazel und Caitlynn gerichtet, wobei sich seine Miene stark verfinsterte.
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Re: Der Anfang

Beitrag von SweetMarshmallow am Di Nov 24, 2015 6:32 pm

Hazel hatte die Wunde schließlich zu Ende gereinigt. Sie legte ihre Tupfer bei Seite und drehte sich nun ebenfalls zu Bray herum.
Sie mochte ihn nicht.
Es war normal das alle Menschen eine gewisse Vorsicht an den Tag legten, aber dieser Kerl war wohl übervorsichtig. Nachdem Bray zu Ende gesprochen hatte, wusste sie immer noch nicht genau, warum er nun mit ihnen reden wollte. Er hatte sich zwar vorgestellt, aber wirklich etwas zu bereden hatten sie nicht. "So schlimm war es bei mir nicht.", lächelte Hazel. Aber Bray hatte sicherlich auch irgendetwas getan, weswegen die Anderen ihn so begrüsst hatten. Außerdem wirkte er doch etwas bedrohlicher als Hazel selber. Allerdings hatte sie keine Lust zu erzählen, wie sie hier angekommen war oder überhaupt etwas über sich zu erzählen. Das ging die Beiden wirklich nichts an.
Hazel ging zu einem kleinen Schränkchen hinüber und kramte kurz darin herum. Schließlich fand sie, wonach sie gesucht hatte.
"Als was hast du denn früher gearbeitet?", fragte Hazel Bray eher beiläufig.
"Hier.", sagte sie und gab Caitlynn ein paar Schmerztabletten. "Benutzte sie aber bitte nicht alle auf einmal.", grinste Hazel. Es gab genug Leute die sich gerne mal zu dröhnten.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Di Dez 15, 2015 11:29 am

Caitlynn nickte Hazel dankend zu, als diese fertig war, ihre Wunde zu versorgen. Die Schmerztabletten steckte sie natürlich auch ein, auch wenn sie diese nicht benutzen würde. So sehr schmerzte ihre Wunde nicht. Doch sie war sich fast sicher, dass sie dafür irgendwann noch einmal bessere Verwendung haben würde. "Natürlich nicht", erwiderte sie grinsend. Sie sollte sich öfters mal kleinere Verletzungen zulegen, wenn sie so an Medikamente und Schmerzmittel kam, ging es ihr durch den Kopf. Doch sie verwarf den Gedanken gleich wieder. Wenn ihr das ständig passieren würde, würden sie bloß alle für absolut unfähig halten, und man hatte ihr zu Beginn schon klar gemacht, dass für unfähige Leute hier kein Platz war.
Dass Bray sich am ersten Tag seiner Arbeit auch verletzt hatte, interessierte sie wenig, also ließ sie es unkommentiert. Wen juckte das schon, das alte Leben war längst vorbei und sie weigerte sich, ausgerechnet jetzt darüber nachzudenken. Vermutlich wollte er damit bloß das Gespräch auflockern, doch das war ihr gleich. Ebenso Hazels Frage, als was Bray früher gearbeitet hatte. Was nützte es schon, sich darüber zu unterhalten? Es war sowieso vorbei und es würde nie wieder sein wie früher. Das brauchte sie bloß keiner fragen, dachte sie sich, das würde sie ganz gekonnt ignorieren.
"Du solltest also mit jemandem reden", rezitierte sie tonlos. Was für ein Schwachsinn. Entweder hilten die ihn für schwer zu sozialisieren, oder für psychisch angeknackst. Andererseits, wer war heutzutage schon nicht psychisch angeknackst. "Naja fein, da bist du bei uns ja gerade richtig", meinte sie betont fröhlich, sodass man den Sarkasmus dahinter nur schwer überhören konnte. Dass sie Hazel gleich mit einbezog passierte eher unbewusst. Womöglich war er bei ihr damit ja tatsächlich gerade richtig, sie schien ein netter Mensch zu sein.
"Mich haben sie eigentlich auch nicht unfreundlich empfangen", erwiderte sie letztlich noch. Der Arbeitstag hatte sie hungrig gemacht, ihr Magen grummelte laut. Sobald sie hier fertig waren, würde sie sich definitiv etwas zu Essen holen, so viel war sicher.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Di Dez 15, 2015 6:48 pm

"Das ist unwichtig!", sagte Bray an Hazel gewandt. Es interessierte ihm genau so wenig, was Hazel oder Caitlynn vorher gemacht hatten, wieso sollte er dann von sich erzählen?
Dennoch bemerkte er natürlich, dass das Gespräch sich hier nicht gut entwickelte, kümmern tat ihn diese Tatsache recht wenig. Alleine dieser Sarkasmus in Caitlynns Stimme. "Ja ihr seit ja scheinbar schon die besten Freunde!", gab er beinahe genau so Sarkastisch zurück.
Einen Versuch wollte er den Beiden aber noch geben, bevor er wieder verschwinden wollte. Bis hierher vertraute er Hazel gar nicht. Es ergab keinen Sinn, dass jemand, der erst einen Tag hier ist so routiniert zu sein schien. Und Caitylnn, um mit ihr auf einem Nenner zu kommen, muss wohl etwas dramatisches passieren.
"Nun ja...", fing er an und überlegte, was er noch sagen könnte. Viel Rede-Bedarf schienen die Beiden offensichtlich nicht zu haben. "Wenn ihr nett empfangen wurdet, dann wird es hier ja vielleicht doch nicht zu schlimm sein oder?", fragte er und erhoffte sich nun etwas mehr Rede-Bereitschaft.
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Antwort

Beitrag von SweetMarshmallow am Mo Jan 11, 2016 4:12 pm

Hazel wusste immer noch nicht genau, was das Ganze hier nun sollte. "Wir sind hier fertig.", sagte sie an Caitlynn gewandt.
"Ich würde gerne weiter mit euch plaudern, aber dafür habe ich gerade leider keine Zeit.".
Man konnte nicht einmal wirklich behaupten, dass sie sich unterhielten. Sie hatte zwar gerade eigentlich nichts zu tun, aber es kam wohl nicht gut an, wenn sie hier nur rumstehen würde und quatschen würde.
Außerdem fand die es merkwürdig das Bray erst sagte, er wolle sich unterhalten und dann nicht erzählen wollte, wo er früher gearbeitet hatte. "Also ich, für meinen Teil, bin froh das ich hier bin. Besser als kein Dach über den Kopf zu haben.", sagte sie eher nebenbei zu Bray.
"Wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich muss wirklich weiter arbeiten.", sagte sie, obwohl keiner mehr hier war, außer Rose.
"Vielleicht sehen wir uns gleich beim Essen?", fragte Hazel, obwohl sie nicht wirklich Lust hatte, die Beiden beim Essen zu treffen.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Mo Jan 11, 2016 8:22 pm

Caitlynn nickte zustimmend. "Es scheint hier wirklich nicht allzu übel zu sein, aber gewöhnen muss ich mich trotzdem erst noch daran. Es fällt mir manchmal noch schwer, dem Frieden hier zu trauen", plapperte sie drauf los, verwundert über sich selbst. Sie besann sich dann aber ihrer gewohnten vorsichtigen Reserviertheit und zuckte gleichgültig mit den Schultern. Doch beim Thema Essen bekam sie wieder leuchtende Augen. "Oh ja, das klingt großartig!" Womit sie sich weniger auf den Vorschlag mit dem gemeinsamen Essen bezog als viel mehr auf das Essen selbst. "Also, ich weiß nicht was ihr vorhabt, aber gleich ist mir noch zu lange hin. Hazel, danke für deine Verarztung. Arbeite nicht mehr zu viel. Vielleicht sehen wir uns ja gleich. Bray, keine Ahnung wie dein Plan ist, aber wenn's dich glücklich macht, kannst du ja mitkommen." Sie hielt einen Moment inne. "Klar macht dich das glücklich. Essen macht jeden glücklich", schlussfolgerte sie überzeugt. Wenn es um's Essen ging, war sie teilweise kaum zu halten. Vor allem, wenn es mehr oder weniger kostenlos war und sie dafür nicht erst irgendein Tier schießen, ausweiden, Feuerholz sammeln und so weiter und so fort musste.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Mo Jan 11, 2016 9:05 pm

Bray war verwundert, dass die Beiden jetzt scheinbar ihre Rollen getauscht hatten. Erst war Caitlynn so abweisend und stur und Hazel relativ offen, jetzt schien es so, als ob Hazel es war, die ihn und Caitlynn loswerden wollte. "Also ihr könnt mir erzählen was ihr wollt. Die Leute hier sind grob, unfreundlich und haben gar kein vertrauen in andere!". Als er das sagte, fiel ihm erst auf, dass er selber auch nicht anders war, doch was solls denn - schließlich waren es Wachen dieser Siedlung, oder wie sich das Ganze hier auch betiteln wollen lassen würde, die Waffen auf ihn gerichtet hatten. Bei dem Gedanken daran, wurde er noch sturer. "Sicher wollen die mich heute Abend erschießen, wenn ich mit der Taschenlampe rumwackel", sagte er. Als das Wort dann aber auf etwas zu Essen fiel, wurde Bray wieder gesprächiger. "Nunja. Glücklich nicht. Aber satt", sagte er monoton an Caitlynn gewandt. "Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass ich zu euch stoße", sagte er, doch wusste er nicht, wie zur Hölle er auf einen Nenner mit Hazel oder Caitlynn kommen sollte. "Na gut ich werde da sein", sagte er ein Paar Momente später doch. Vielleicht könnte man dann ja was aus den beiden heraus bekommen. Freundlicher als der Rest waren die beiden alle Male.
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Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Mo Jan 11, 2016 9:26 pm

Hazel nickte Caitlynn nur zu, als diese sich nochmal bei ihr bedankte.
"Keine Ursache.", murmelte sie, mehr zu sich selber als zu Caitlynn.
Schließlich war das hier ihr Job. Früher hatte sie gerne als Krankenschwester gearbeitet. Sie hatte so viel Freude daran gehabt den Menschen zu helfen und sich mit ihnen zu unterhalten.
Hazel war zwar erst seid gestern hier, aber sie wusste das der gleiche Job hier anders lief. Hier ging es nur darum schnell die Verletzungen zu heilen und dafür am besten, so wenig wie möglich Hilfsmittel zu benutzen. Kaum hatte man einen Patienten vor sich liegen, war er auch schon so gut wie wieder weg. Hazel wollte sich keine Fehler leisten, denn um hier zu bleiben, war sie auf den Job angewiesen. Und es gab eindeutig viel schlimmere Orte als diesen hier.
Also tat sie genau das, was man ihr sagte.
Als Bray davon sprach das die Leute hier unfreundlich waren, ging es Hazel kurz durch den Kopf, dass Bray dann mehr als gut hier her passte. Sie konnte nichts mit ihm anfangen und einen unfreundlichen Eindruck machte er alle Male.
"Wir sehen uns dann beim Essen.", sagte Hazel und wandte sich nun ganz von Bray und Caitlynn ab. Sie hoffte nicht mehr lange arbeiten zu müssen, denn ihr Magen knurrte so laut das es ihr schon fast peinlich war.Durch ihre Arbeit als Krankenschwester war sie es zum Glück gewohnt nicht regelmäßig essen zu können, aber das verhinderte trotzdem nicht das sie Hunger hatte. Und so ein Arbeitstag war verdammt lang.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Mi Feb 10, 2016 1:45 am

Als Bray seine Einschätzung über die Leute hier zum besten gab, zog sie amüsiert eine Augenbraue in die Höhe. Aber seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war es ihm selbst aufgefallen. Sie waren alle mehr oder weniger grob, unfreundlich und ohne Vertrauen in Andere. Das war so ziemlich die einzige Möglichkeit, auf lange Sicht hin zu überleben, und im Grunde war es gar nicht so blöd, dass sie nicht jeden gleich mit offenen Armen empfangen. Man wusste ja nie, wer sich hier reinschmuggeln wollte.
Sie nickte den Beiden zu, und Hazel wandte sich schon ab. Schien schwer beschäftigt zu sein, die Gute.
"Also, dann bis gleich, Bray. Hazel." Sie salutierte theatralisch und zog fröhlich ab. Endlich essen.
Bei der Essensausgabe angekommen sah sie sich noch einmal um, ob sie einen der Beiden entdeckte, konnte es aber nicht länger erwarten und holte sich ihr Essen ab. Zufrieden setzte sie sich auf eine Bank, zumindest glaubte sie, dass das eine darstellen sollte, stellte ihr Essen auf einen grob zusammengebastelten Tisch und ließ es sich schmecken.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Do Feb 11, 2016 2:51 pm

Bray sah sich noch einen Moment um, ehe er sich dazu entschied ebenfalls schon mal zur Essensausgabe zu gehen. Hazel warf er noch ein schnelles 'Ciao, bis gleich' zu. Er hatte noch nicht sonderlich Hunger, er hatte ja erst vor ein paar Stunden etwas gegessen, doch aus Langweile wusste er nicht, was er sonst tun sollte. Als er ankam, fiel ihm auf, dass er keine Essensmarke hatte. Er überlegte kurz, wie er vielleicht trotzdem an etwas zu Essen kommen würde und suchte jemanden in der Nähe, der wichtig aussah. Stattdessen sah er Caitlynn an einem Tisch an sitzen. Er entschloss sich dazu, sich zu ihr zu setzen. Wenige Momente später war er bei ihr angekommen und er setzte sich ihr einfach gegenüber. "Mahlzeit", sagte er knapp und er musterte sie nochmals von oben bis unten. "Was gibt es denn feines?", fragte er und zwang sich selber dazu zu lächeln. Er wollte sich Mühe geben diesmal nicht allzu unfreundlich zu klingen und erhoffte sich, dass er eventuell ein paar Antworten mehr zu diesem Ort bekommen würde.
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Der Anfang

Beitrag von SweetMarshmallow am Fr Apr 22, 2016 8:44 pm

Hazel drehte sich nochmal herum, aber da waren Bray und Caitlynn auch schon verschwunden.
Sie seufzte kurz und wollte sich wieder ihrer Arbeit zuwenden. Allerdings fiel ihr just in diesem Moment wieder ein, das Caitlynn ihr einzige Patientin gewesen war. Sie sah auf,als plötzlich wieder jemand die Baracke betrat. //Gott sei Dank.//, dachte Hazel, als sie bemerkte das es sich um ihre Ablösung handelte.
Hazel hatte das Gefühl das die Beiden sich immer extra Zeit ließen und Rose und sie selber viel mehr arbeiten mussten. Das lag vielleicht daran das sie Frauen waren. Oder es war eben doch nur Einbildung. "Ihr könnt gehen.", sagte der nun behandelnde Arzt grob zu Hazel. Hazel fragte sich für einen Moment, ob der Typ generell so unfreundlich war oder nur ihr gegenüber. Sie antwortete dem Kerl nicht, sondern ging in den Nebenraum der Baracke. "Rose? Die Ablösung ist da.". Rose drehte sich zu ihr herum und schob dabei ihre Brille wieder richtig auf ihre Nase. "Na, das wurde aber auch Zeit.", sagte Rose leicht grimmig, aber dennoch so leise das man sie nicht im Nebenraum hören konnte. Rose zog ebenfalls ihre Gummihandschuhe aus und warf sie neben sich in eine Tonne.
Wortlos gingen die Beiden an der Ablöse vorbei. "Wir sehen uns später, Schätzchen.", sagte Rose plötzlich draußen zu ihr. Hazel drehte sich verwundert zu ihr herum. "Wohin...". Weiter kam sie nicht, da war Rose auch schon verschwunden. Hazel seufzte und machte sich nun alleine auf den Weg zu ihrer und Rose' Baracke. Sie wollte sich wenigstens vor dem Abendessen noch umziehen. Ihre blaue Krankenschwesteruniform war mittlerweile von großen Blutflecken besudelt und stand schon fast vor Schmutz. Während sie an den verschiedenen Baracken vorbei ging, fiel ihr wieder auf, das in diesem Lager eindeutig mehr Männer als Frauen unterwegs waren. Sie musste kurz daran denken das man ihr erklärt hatte das sie sexuelle Übergriffe sofort melden sollte. Hazel konnte sich nicht vorstellen das so etwas hier nie vorkam. Es gab genug Männer, die sich nicht zurück hielten und Hazel glaubte kaum das jede Frau alle sexuelle Übergriffe sofort melden würde. Wahrscheinlich hatten sie zu viel Angst davor ihren Platz hier zu verlieren. Man hatte es in solchen Zeiten nicht leicht als Frau. Wenn man keine besonderen Fähigkeiten hatte, kam man als Frau wahrscheinlich sowieso nicht in das Lager hinein. //Ich habe echt Glück.//.Wenn man aber mal auf Frauen traf, waren diese meisten sehr hart und wirkten auch rau und unfreundlich. Man musste sich eben anpassen, um zu überleben. Während sie an den verschiedenen Baracken vorbei ging, fiel ihr wieder ebenfalls wieder auf wie groß dieses Lager eigentlich war. Sie hatte bei weitem noch nicht alles gesehen, was es zu sehen gab.
Kurz schweiften ihre Gedanken zu Bray und Caitlynn ab. //Was sollte das gerade eigentlich werden?//, fragte sie sich. Gut, Caitlynn war verwundet gewesen, aber warum Bray ausgerechnet mit ihnen sprechen sollte, verstand sie immer noch nicht. Viel sinnvoller wäre es doch für ihn gewesen mit jemanden zu sprechen, der sich hier auskannte. Caitlynn hatte wenigstens noch halbwegs versucht einen freundlichen Eindruck zu machen. Bray hingegen konnte Hazel nicht einschätzen. Dabei hatte sie in ihren Augen eigentlich eine gute Menschenkenntnis. Aber was bedeutete heute noch eine gute Menschenkenntnis? Kaum einer war mehr so, wie er mal gewesen war oder wie er sich gab. Sentimentalität oder Empathie konnte man sich nicht mehr leisten. Solche Gefühle galten nur noch als Schwäche und niemand wollte als schwach gelten. War man in dieser Welt schwach, hatte man so gut wie verloren. Dennoch war Hazel der Meinung das man wenigstens versuchen musste seine Menschlichkeit zu behalten.
Sie konnte in der Ferne schon ihre Baracke erkennen und legte noch einen Schritt zu. Kaum war sie angekommen, fühlte sie sich wieder ein Stück sicherer. Eigentlich war dieses Gefühl Unsinn, da diese Baracke keinerlei Sicherheit bot. Wenn jemand herein kommen wollte, würde er das ohne Probleme können. Hazel zog sich direkt ihre Uniform aus. Obwohl sie dreckig war faltete Hazel sie sorgfältig und legte sie wieder auf ihr Bett. Ihre Mutter hatte ihr immer beigebracht ihre Sachen zu falten. Die Worte ihrer Mutter klangen ihr noch genau im Ohr. "Das macht einen besseren Eindruck.". Hazel seufzte und schüttelte ihren Kopf. Sie wollte die Gedanken an ihre Familie vertreiben. Solche Gedanken brachten sie nicht weiter.
Hazel griff sich ihre Jeans, ihre Stiefel und einen leichten grünen Pullover. All ihre Sachen hatten schon bessere Tage gesehen. Viel besaß sie sowieso nicht mehr. Hazel sah kurz zu Rose' Tisch hinüber.Sie ging hinüber und nahm sich einen kleinen Taschenspiegel. Er hatte zwar schon einige Risse im Glas, aber man konnte doch noch etwas erkennen. //Du hast auch schon bessere Tage gesehen.//. Ihre Augen stachen mit ihrem intensiven Grünton nun noch mehr heraus, durch den ganzen Schmutz in ihrem Gesicht. Man sah ihr deutlich die Anspannung und die Anstrengung der letzten Monate an. Hazel klappte den Spiegel schnell wieder zu. Sie mochte ihren Anblick nicht mehr. Sie versuchte mit ihrem Ärmel ihr Gesicht ein wenig zu säubern, bemerkte aber schnell das dies hoffnungslos war. Hazel öffnete ihren Pferdeschwanz und ließ ihre langen violetten Haare einfach offen. Ihr Magen knurrte plötzlich sehr laut. Erst jetzt bemerkte sie, wie viel Hunger sie wirklich hatte. //Vielleicht finde ich Caitlynn und Bray.//. Es war sicherlich gut Verbündete zu haben. Das sie vielleicht sogar Freunde werden könnte, bezweifelte Hazel aber stark.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Sa Jun 18, 2016 4:33 pm

"Mahlzeit", erwiederte Cait mit vollem Mund, als Bray zu ihr kam. Gute Manieren? Sie hatte schon ganz vergessen was das war. Nein, natürlich hatte sie das nicht, aber um es mal ganz direkt auszudrücken war es ihr mittlerweile einfach scheißegal. Sie war hier in einem Lager mit überwiegend Männern, und von denen benahmen sich die meisten auch wie die Schweine. Da konnte sie auch mit vollem Mund reden.
Sie tat so als bemerke sie nicht dass er sie musterte. Was glaubte er zu entdecken? Sie war weder gefährlich, noch besonders schön, noch hässlich wie die Nacht. Einfach nur ganz gewöhnlich. Ihr Körper war mehr athletisch, nicht besonders fraulich, fast schon zu dürr von vielen Tagen ohne richtiges Essen. Ihre roten Haare hingen ihr wirr und fransig ins Gesicht. Sie hatte sie sich mit einem Messer selbst gekürzt, da lange Haare einfach zu hinderlich waren. Insgesamt war sie einfach nur sehr unscheinbar und damit auch mehr als zufrieden. Auffallen war nicht das, was sie in Zeiten wie diesen wollte. Und allein schon die Tatsache, dass sie eine Frau war und damit körperlich eindeutig im Nachteil, sollte Bray klar machen dass von ihr quasi null Bedrohung ausging. Außer er würde ihr etwas antun wollen, dann würde sie sich wehren bis aufs Blut. Aber ihr schien es mehr, als würde er ihr immer noch gehörig misstrauen, ja fast schon denken dass sie ihm jeden Moment an die Kehle springen würde. Sie hatte noch nicht einmal mehr ein Messer, also selbst wenn sie gewollt hätte wäre es nichts geworden.
"Ich habe ehrlich gesagt keinen Schimmer", antwortete sie lachend auf seine Frage. "Die Konsistenz ist... wie Kartoffelbrei, aber es schmeckt anders. Gemüse und ein wenig Fleisch ist auch drin. Hol dir doch auch was? Es ist nicht so übel wie es aussieht."
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Re: Der Anfang

Beitrag von Hillorios am Mo Jun 20, 2016 11:36 pm

Bray musste schmunzeln, als Cait ihm mit vollem Mund antwortete. Jetzt, wo er sie alleine sah, stellte er fest, dass er sich wohl in sie geirrt hatte. Sie schien ähnlich misstrauisch wie er selber zu sein. Er nahm sich vor, Caitlynn in ein Gespräch zu verwickeln, um mehr zu erfahren wie bisher. "Ich hatte vorhin schon gegessen und keinen Hunger. Beim nächsten Mal denke ich aber daran!", sagte er. Diesmal musste er das Lächeln nicht mal erzwingen. "Bist du wirklich auch erst seit gestern hier? Du und... wie hieß sie - Hazel? - Ihr scheint mir irgendwie schon wie ein Teil von hier zu sein. Ich kann diesen Ort nicht einschätzen". Nun beugte sich Bray etwas mehr zu Cait hinüber. "Unter uns gesagt - " Bray wich nun doch wieder zurück und schüttelte den Kopf. "... Ach was. Vergiss es", sagte er und brach den Versuch ab hier jemanden näher zu kommen. Er wollte zuerst wissen, ob er ihr wirklich vertrauen konnte, woran er natürlich noch einige Zweifel hatte. "Ich komme übrigens aus dem Osten. Eine Stadt hier in der Nähe. Das einzige, was da noch lebt sind Tiere, die Aas fressen". Bray war der Meinung, dass die Vergangenheit ein wichtiger Teil eines jeden Menschens hier war. Jedoch war es Vergangenheit und hatte nichts mehr mit den Menschen zu tun, die sie heute noch waren. Ein perfekter Anfang für ein Gespräch, wie Bray fand. "Wo kommst du her?". Bray grinste Cait daraufhin freundlich an. Unbewusst achtete er aber auf alles, was im Hintergrund geschah, versuchte dabei aber so unauffällig wie möglich zu sein.
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Re: Der Anfang

Beitrag von SweetMarshmallow am Di Aug 30, 2016 11:32 am

Hazel machte sich auf den Weg, nachdem sie ihrer Meinung nach, alles bei sich hatte, was sie eventuell brauchen könnte.
Sie strich sich noch einmal ihre Kleidung glatt, auch wenn das keinerlei Wirkung hatte. //Na dann.//. Hazel trat aus der Baracke heraus und machte sich auf direktem Weg zur Essensausgabe. Auch sie hatte eine kleine Rundführung bekommen und wusste daher in etwa wo sie sich befand und wo sie hin musste.
Hazel hatte sich mittlerweile einen schnelles Schritttempo angewöhnt, weshalb sie auch nicht lange brauchte, bis sie bei der Essensausgabe ankam. Sie suchte in ihren Taschen nach ihrer Essensmarke, konnte sie aber im ersten Moment nicht finden. //Oh nein.//.
Keine Essensmarke, kein Essen. So einfach war das. //Das kann doch nicht wahr sein.//. Sie suchte ihren komplette Kleidung durch, bis sie sie schließlich doch fand. //Gott sei Dank.//. Sie hatte wirklich einen Bärenhunger.
Mit einem Lächeln im Gesicht holte sie sich ihr Essen ab und sah sich danach suchend um. Von ihrer Position aus konnte sie aber nicht viel erkennen, weshalb sie sich dazu entschloss erst einmal durch die Reihen zu gehen, bevor sie sich einen Sitzplatz suchen würde. Es war wohl gerade Hauptessenszeit. Und auch hier bestätigte sie sich wieder ihr Eindruck. Es gab deutlich mehr Männer in diesem Lager. Hier und da sah sie mal einer an, aber keiner schien sich näher für sie zu interessieren. Hazel wollte sich schon auf eine Bank setzten, als sie Cait und Bray sah. Abgesehen von Rose und dem anderen Ärzteteam hatte sie noch niemanden hier näher kennen gelernt. //Das ist deine Chance.//. Es war immer riskant Menschen zu nahe an sich heran zu lassen. Auf der einen Seite war es natürlich hilfreich Verbündete zu haben, aber auf der anderen Seite war es gefährlich, denn auch 'Verbündete' konnten sich schnell gegen einen wenden. Hazel setzte ein Lächeln auf und ging zu den Beiden hinüber. "Hey.", grüsste sie sie freundlich und setzte sich einfach direkt neben Cait, ohne auf deren Erlaubnis zu warten.
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Re: Der Anfang

Beitrag von Dreamfall am Mi Sep 28, 2016 8:02 pm

Cait nickte. "Ja, Hazel heißt sie. Von ihr weiß ich nicht mehr als du auch, aber ich bin definitiv erst seit einem Tag hier. Falls es dich beruhigt: Ich kann den Ort auch noch nicht richtig einschätzen. Aber ich denke, dass es hier allemal sicherer ist als alleine dort draußen." Sie schauderte kurz und stellte fest, wie schnell sich hier ein gewisses Gefühl von Sicherheit eingestellt hatte. Klar war sie nicht so dumm zu glauben, dass sie hier 100%ig sicher wäre, doch sie begann bereits sich an die Situation zu gewöhnen. Das war gefährlich, das ging eindeutig zu schnell. Nun, die schützenden Wände rundherum trugen sicherlich ihren Teil dazu bei. Aber die potenzielle Gefahr die von ihren Mitmenschen ausging war einfach nicht zu unterschätzen.
Als Bray seine Frage abbrach, runzelte sie die Stirn und sah ihn mit schiefgelegtem Kopf an. Worauf hatte er sie da ansprechen wollen und warum hatte er es sich kurz vorher doch noch anders überlegt? In den meisten Fällen konnte das nichts Gutes heißen. Aber jetzt wo er sich bereits dagegen entschieden hatte würde es eh nichts nützen nachzuhaken. Also antwortete sie stattdessen schlicht auf seine nächste Frage, wenn auch immer noch etwas widerwillig, da sie nach wie vor der Meinung war, dass die Vergangenheit keine Rolle mehr spielte.
"Ich komme von weit oben im Norden. Es war ein ziemlich weiter Weg bis hierher."
In dem Moment erschien Hazel. Cait lächelte sie freundlich an und erwiderte den Gruß mit der Hand. "Auch endlich fertig für heute?" Sie sah etwas erschöpft aus, aber das war wohl normal hier. Wenn sie sich umsah, blickte sie überwiegend in müde Gesichter.
Mittlerweile war sie beinahe fertig mit Essen. Endlich das Gefühl eines vollen Magens. Herrlich,
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